SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

VL: Doppelte Herausforderung

News Team, 14.02.2018

VL: Doppelte Herausforderung

ELSTER/MZ - Es waren nur 20 Minuten. Doch vergessen wird sie Yannick Schüler wohl nie. "Ich war schon etwas sauer, dass ich nicht von Anfang an spielen konnte", sagt der 18-Jährige, "und dann kam ich rein und alles ging schief." Eine Viertelstunde nach der Einwechslung die Gelbe Karte, sieben Minuten später Gelb/Rot. Es war insgesamt kein guter Tag für Eintracht Elster, dieser 15. Oktober 2017 im Piesteritzer Volkspark, der Tag der 0:5-Niederlage im ersten Derby gegen Grün-Weiß. Und für Yannick Schüler war es trotzdem alles noch ein bisschen schlimmer.

Sechs von 16 Toren

"In solchen Situationen", sagt Schüler, "wo es mal nicht so läuft, wird dir aber klar, worin die Lösung für den Erfolg einer Mannschaft liegt." Nicht wie jeder einzelne mit dem Schicksal hadere, sondern wie man sich zusammen als Team wieder zurück kämpfe. "Und das", so Schüler, "ist uns prima gelungen."

Wer vor dieser Spielzeit gedacht hätte, dass der beste Torschütze des Verbandsliga-Aufsteigers Eintracht Elster zur Halbzeit der Saison Yannick Schüler heißen würde, der wäre sicher kein schlechter Lottospieler. Sechs der bisher 16 Saisontore der Elsteraner hat das Eigengewächs erzielt - und damit großen Anteil am zehnten Tabellenplatz des Neulings. Schüler war für diesen wichtigen Job jedoch nicht zwingend eingeplant.

Die Verletzungen der Sturmkollegen Jaromir Motycka und Norman Henschel allerdings warfen den 1,79 Meter großen Rechtsfuß in das kalte Wasser. Mit Erfolg. "Er ackert für das Team und erfüllt seine Rolle bisher gut", sagt Trainer Tobias Klier über Schüler, der in einigen Wochen 19 Jahre alt wird und in dieser Rückrunde gleich zwei große Ziele hat: Den Klassenerhalt mit Eintracht - und das Abitur am Gymnasium in Jessen. Beides unter einen Hut zu bekommen, fällt ihm überraschend nicht schwer, der Schlüssel dazu liegt in seiner Vergangenheit.

Schon im Alter von zwölf Jahren verließ Yannick die Sicherheit seines Elternhauses, um sich an der Sportschule in Magdeburg durchzusetzen. Dem Sohn von Eintracht-Legende Enrico Schüler prophezeite manch einer eine große Zukunft, nach vier Jahren aber kehrte er im Jahr 2015 heim. Nicht geknickt, sondern gereift. "Ich habe früh lernen müssen, mich selbst zu organisieren und selbstständig klar zu kommen." Warum es nicht weiter ging in Magdeburg? "Die Schule hat zu sehr gelitten, und am Ende fehlte mir irgendwie auch der Spaß am Fußballspielen."

Den hat er in Elster definitiv wiedergefunden. Schon in der Aufstiegssaison 2016/17 kam er zu 16 Einsätzen in der Landesliga, erzielte dabei drei Treffer. Auch eine Spielklasse höher gefällt es ihm gut. "Es ist noch mal ein großer Sprung, was die Qualität allgemein und die Gegenspieler angeht", erzählt Schüler, "alles läuft intensiver, körperbetonter ab." Hinzu kommt: Schüler ist jung - mit allem was dazu gehört. Sechs Tore hin oder her. "Klar muss ich die eine oder andere Tasche tragen, doch die Mannschaft hat mich super aufgenommen."

Derby-Rückspiel im Blick

Mit der will er der am kommenden Wochenende startenden Verbandsliga-Rückrunde die Klasse halten und freut sich deshalb auch über den polnischen Winter-Neuzugang Hubert Laskowski. "Er wird das Team und mich besser machen, denn er sitzt mir im Nacken und das motiviert mich." Sechs Tore, die Zahl aus der Hinrunde also wiederholen - das ist das persönliche Ziel von Schüler, der sich vorstellen kann, auch nach dem Abitur im kommenden Sommer Region und Verein die Treue zu halten. Eine Ausbildung vor Ort, oder ein Studium in der Nähe könnten es werden. "Ich fühle mich wohl und werde versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen."

Doch vorher wartet noch der 8. April 2018 auf ihn. Der Tag des Derby-Rückspiels gegen Piesteritz hat für ihn besonderen Charakter. "Das 0:5 sitzt tief", sagt er, "als ich damals vom Platz musste, habe ich mir sofort etwas vorgenommen." Elster und Yannick Schüler wollen etwas gutmachen.

Yannick Schüler

Spieler SV Eintracht Elster

21

minuten stand Yannick Schüler im Derby gegen Piesteritz auf dem Feld - dann sah der Eingewechselte die Gelb/Rote Karte.


Quelle:MZ


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