SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Das große Rechnen

News Team, 16.05.2018

Das große Rechnen

BITTERFELD/MZ - „Abstiegskampf ist Druck und unter Druck spiele ich am liebsten“, hat Daniel Trettner vor kurzem gesagt. Doch genau so gilt wohl auch: Der Trainer des 1. FC Bitterfeld-Wolfen könnte gern auf die kommenden zwei Wochen verzichten. Dann nämlich, am Nachholspieltag über Pfingsten, und an den danach folgenden letzten beiden regulären Spieltagen entscheidet sich das Schicksal, wer in die Landesliga absteigen muss. Wie viele Absteiger es am Ende tatsächlich sind, ist dabei noch offen (siehe Hintergrund „Was hat Einfluss worauf“), doch die MZ wagt trotzdem eine Prognose, welches der drei Teams es schafft.

1. FC Bitterfeld-Wolfen 12. Platz, 28 Spiele, 30 Punkte

Mit 21 Punkten die Klasse halten, dafür aber mit 30 vielleicht absteigen? Alles möglich für den 1. FC Bitterfeld-Wolfen, der sich in den vergangenen Jahren als echter Spezialist im Abstiegskampf bewies: Vergangene Saison rettete man sich über die Tordifferenz, in den beiden Jahren zuvor profitierte man von frühen Rückzügen oder abgeschlagenen Konkurrenten am Tabellenende. 2017/18 tanzt man mal wieder am Abgrund, aber das routiniert: Der Club geht mit Abstand mit dem besten Torverhältnis in die letzten beiden Spiele, was im Abstiegskampf einen zusätzlichen Punkt Vorsprung bedeutet. Zudem sind die aktuell 30 Punkte ein gutes Polster. Allerdings: Nach dem Nachhol-Wochenende, an dem alle in der Tabelle hinter den Bitterfeld-Wolfenern platzierten Teams eine oder sogar zwei Partien absolvieren dürfen, könnte sich die Mannschaft auf Rang vierzehn wiederfinden. Und das, bevor man daheim Spitzenreiter Ammendorf empfängt und am Ende nach Amsdorf muss. Restprogramm: Ammendorf (H), Amsdorf (A) Prognose: Der 1. FC schafft es wieder, drinzubleiben.

Eintracht Elster 13. Platz, 27 Spiele, 29 Punkte

Fakt: Mit so einer Rückrunde wie bisher steigt man eigentlich ab. Zwölf Spiele, nur zehn Tore, ganze zehn Punkte. Lediglich Schönebeck hat sich in der zweiten Saisonhälfte bisher schlechter geschlagen als der Aufsteiger. Trainer Tobias Klier sucht mit seinem Team seit Wochen die Form der Hinrunde, doch Verletzungen und Ladehemmung vor dem Tor verhinderten dies. Im Verein bleibt man trotzdem ruhig, was vermutlich auch die beste Strategie ist. Viel wird davon abhängen, wie das Nachholspiel am Sonnabend in Arnstedt ausgeht. „Gekommen, um zu bleiben“ war das Saisonmotto der Eintracht. Irgendwo muss dafür aber zumindest noch ein Punkt her. Restprogramm: Arnstedt (A), Thalheim (H), Fortuna Magdeburg (A) Prognose: Elster wird Vierzehnter und muss bange Blicke in die Oberliga richten.

FC Grün-Weiß Piesteritz 15. Platz, 27 Spiele, 23 Punkte

Mit 15 Punkten haben die Grün-Weißen in der Rückrunde jetzt schon fast doppelt so viele Zähler gesammelt wie in der gesamten Hinrunde (5). Das Problem dabei: Noch immer kann die Mannschaft auf Auswärtsspiele eigentlich verzichten: Drei mickrige Punkte erkämpfte Grün-Weiß bisher auf fremden Plätzen. Das noch viel größere Problem: Zwei der letzten drei Ligaspiele finden noch auswärts statt. Schon am Freitagabend könnte mit einer Niederlage im Dessauer Schillerpark alles vorbei sein, wenn kein Sieg gelingt und Haldensleben parallel Thalheim schlagen sollte. Klappt es aber mit einer Überraschung, käme es in der Woche darauf zum direkten Duell mit den Haldenslebern. Piesteritz hat nur einen Vorteil: Die Mannschaft befindet sich eigentlich vom ersten Spieltag an im Abstiegskampf. Da werden die letzten drei Partien, in denen es um alles geht, nervlich keinen mehr wirklich umhauen. Restprogramm: Dessau 05 (A), Haldensleben (A), Arnstedt (H) Prognose: Es reicht nicht. Piesteritz muss das erste Mal seit Menschengedenken in die Landesliga.

Was hat Einfluss worauf? Der Überblick zur Abstiegsfrage von 3. Liga bis zur Landesliga

Aus der 3. Liga steigen mit dem Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt zwei Teams in die Regionalliga Nordost ab. Dies würde bedeuten, dass vier Mannschaften aus dieser Regionalliga-Staffel absteigen, insofern der FC Energie Cottbus in der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga gegen Weiche Flensburg oder den Hamburger SV II scheitert. Schafft Cottbus jedoch den Aufstieg, gibt es nur drei Absteiger.

In diesem Falle käme es zu einer Relegation der beiden Teams auf den Rängen 13 der Oberliga-Staffeln Nord und Süd. Ansonsten müssten aus beiden Staffeln beide Teams auf den Rängen 13 fix den Gang in die Verbandsliga antreten.

In der Verbandsliga wiederum wird es noch komplizierter: Aktuell spielen hier 16 Mannschaften. Blau-Weiß Zorbau steht seit dem Wochenende als Aufsteiger in die Oberliga fest, die beiden Letztplatzierten Teams müssen auf jeden Fall in die Landesligen absteigen. Aus diesen Landesligen steigen zwei Mannschaften auf - aktuell wären dies die beiden Erstplatzierten Reppichau (Staffel Süd) und Westerhausen (Staffel Nord). Zusammen mit dem FSV Barleben, der freiwillig aus der Oberliga absteigt, wäre dann wieder die Sollzahl von 16 Mannschaften erreicht. Der SV Merseburg 99 kann vernachlässigt werden, da er als Absteiger aus der Oberliga direkt in die Landesliga wechseln will. Ob es dann zusätzliche Absteiger aus der Verbandsliga gibt, hängt also von der Situation in der Oberliga ab. Zusammenfassend kann man sagen: Jeder weitere Absteiger von dort, egal ob fix oder aus einer möglichen Relegation, bedeutet für die Verbandsliga einen zusätzlichen Absteiger. Auch auf die Landesligen, die ja neben mindestens zwei Verbandsliga-Absteigern noch den SV Merseburg 99 aufnehmen müssen, hat das Prozedere Einfluss. Und ganz nebenbei kommt es im Sommer noch zur großen Landesklasse-Reform: Die Sollstärke wird von 16 auf 14 reduziert. Aus derzeit sechs Staffeln werden dann sieben.


Quelle:MZ


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