SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Noch etwas vor

News Team, 12.07.2018

Noch etwas vor

SANDERSDORF/MZ - Die ersten Schritte der Kollegen hat Mathis Böhler nur von der Tribüne sehen können. Während die Mitspieler normale, schnelle Schritte machen konnten, stützte sich Mathis Böhler auf Krücken. Der Winterneuzugang der SG Union Sandersdorf kommt, und das ist nicht nur bildlich gemeint, noch nicht so richtig in Tritt. Eine Verletzung bremst den 22-Jährigen aus. Noch immer.

Denn: „Ich habe nach dem Merseburg-Spiel noch weiter gemacht, hatte aber schon Schmerzen“, erzählt Mathis Böhler am Rande des Trainings des Fußball-Oberligisten. Ausgerechnet im Spiel mit dem Ex-Club SV Merseburg 99 hatte sich der Stürmer bereits im ersten Spiel für den neuen Verein verletzt. In den Folgewochen absolvierte er noch neun weitere Spiele, erzielte auch sein erstes Tor für die Unioner.

Doch in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison war Böhler nur noch Zuschauer, eine zwischenzeitliche Untersuchung hatte Gewissheit über die Art der Verletzung gebracht: Der Knorpel vom rechten Sprunggelenk hatte sich gelöst. Eine Operation war nach der Saison unumgänglich geworden. Seit sieben Wochen pausiert der 22-Jährige mittlerweile, insgesamt drei Monate Pause hat der Arzt ihm prognostiziert. „Wenn alles gut läuft“, sagt Mathis Böhler.

Pessimistisch steht er dem Heilungsverlauf keinesfalls gegenüber. Es klingt nach einer ordentlichen Prise Realismus, wenn Böhler über die aktuelle Situation spricht. Als im Winter überraschend Union-Stürmer Dan Lochmann seinen Abschied verkündete, wurde er geholt. Als Last hat Mathis Böhler die 56-Oberliga-Tore seines Vorgängers aber nicht gesehen. „Wir sind ja vom Typ her auch ganz unterschiedliche Spieler“, sagt er. Die riesigen Abdrücke, die Lochmann in Sandersdorf zweifelsohne hinterließ, hat Mathis Böhler jedenfalls nicht gesehen. Nicht auf und auch nicht neben dem Platz im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum. Unaufgeregt und gut überlegend kommt der 22-Jährige daher. Auch mit Blick auf die aktuelle Verletzung wirkt Mathis Böhler nicht beunruhigt, sondern eher zielgerichtet: „Ich habe mit Fußball noch etwas vor“, sagt er.

Den Leistungsgedanken im Fußball hat Böhler bereits beim FC Carl Zeiss Jena im Nachwuchs verinnerlicht. Auch bei den Männerteams kam er in der Regional- und Oberliga zum Einsatz. Als in Merseburg bereits zur Winterpause angekündigt wurde, dass sich der Verein aus der Oberliga zurückziehen werde, kam das Angebot aus Sandersdorf genau richtig. Mehr als ein wenig Physiotherapie ist im Moment allerdings für ihn nicht drin. Erst einmal möchte er jetzt fit werden, um dann aber wieder voll anzugreifen. „Als Team können wir einiges erreichen“, sagt er, wobei er auf den Rasen schaut und sieht, wie die Mitspieler trainieren. Die, die er schon kennt und die, die neu hinzugekommen sind.

In den nächsten Wochen ist die Rolle von Mathis Böhler erst einmal klar definiert: Er ist Zuschauer. Etwas, das er nur sehr ungern ist. „Ich bin als Zuschauer aufgeregter, als auf dem Feld als Spieler. Kein Sportler ist gerne Zuschauer“, sagt der 22-Jährige. Auf ein paar weitere Wochen auf der Tribüne muss er sich allerdings einstellen. Um dann aber endlich sein erstes schmerzfreies Spiel zu bestreiten.

Erster Test am Freitag

Nach etwas mehr als anderthalb Wochen Training wird die SG Union Sandersdorf am Freitagabend das erste Testspiel der laufenden Vorbereitung absolvieren. Um 19 Uhr wird das Team von Trainer Thomas Sawetzki bei der SG Taucha antreten.

Bereits in der nächsten Woche, steht am Mittwochabend um 18.45 Uhr beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen der nächste Test an. Am 21. Juli tritt Union Sandersdorf bei Verbandsligist Eintracht Elster an.


Quelle:MZ


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