SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

„Mehr als ein Hobby“

Presse Team, 09.08.2018

„Mehr als ein Hobby“

FUSSBALL-OBERLIGA Vor dem Derby am Freitagabend sprechen die Trainer von Union Sandersdorf und Blau-Weiß Zorbau über Ähnlichkeiten, Unterschiede und ihre Passion.

„Mehr als ein Hobby“

VON THOMAS SCHAARSCHMIDT

SANDERSDORF/ZORBAU/MZ - Fast jedes Wochenende haben Maik Kunze und Thomas Sawetzki zuletzt miteinander verbracht. Die beiden Trainer der Fußball-Oberligisten aus Sandersdorf (Sawetzki) und Zorbau (Kunze) absolvierten in Neugattersleben gemeinsamen den Sonderlehrgang zum Erwerb der B-Trainerlizenz. Bevor sie nun am Freitagabend am 2. Spieltag der Oberliga Süd im Sachsen-Anhalt Derby in Sandersdorf (Anpfiff 19.30 Uhr) aufeinandertreffen, hat sich Thomas Schaarschmidt mit ihnen unterhalten.

Was für ein Typ ist der andere? Sind Sie sich eher ähnlich oder verschieden?

Sawetzki: Maik ist ein sehr zielstrebiger Typ, der eine Idee vom Fußball hat und auch eine Philosophie, die er seinen Jungs vermittelt, da sind wir uns ähnlich. Natürlich haben wir verschiedene Methoden in der Erarbeitung des Ganzen. Was uns eint ist, dass wir mit unseren Herangehensweisen Erfolg gehabt und die Clubs in Thalheim und Zorbau damit vorangebracht haben. Kunze: Wir kennen uns ja schon aus den Spielen in der Landesliga und Verbandsliga, wo wir gegeneinander gespielt haben. Thomas lebt den Fußball, das hat man auch im Lehrgang gemerkt. Er ist auch sehr zielstrebig, und daher ist es nur folgerichtig, dass sich ein Club aus der Oberliga für ihn interessiert hat. Ich mag ihn als Typen.

Haben Sie sich denn abends beim Lehrgang auch mal auf der Taktiktafel duelliert?

Sawetzki: (lacht) Natürlich gab es einen regen Austausch, auch mal abends bei einem Bierchen. Wir haben viel über unsere Vereine und das Drumherum gesprochen, und dabei haben wir festgestellt, dass es auch hier Ähnlichkeiten zwischen uns gab. Kunze: Wir unterhalten uns viel über Fußball, wenn wir uns sehen. Und mittlerweile wissen wir auch ganz gut voneinander, was der andere so macht und auf dem Feld vor hat. Aber das ist im Fußball eben nicht alles, sonst wären die Spiele und ihr Ausgang ja relativ einfach durchschaubar und vorhersagbar. Es zählen noch viele andere Aspekte. Und man muss natürlich auch sagen: Wir sind hier nicht im Profifußball, wo man den Gegner in jedem Spiel taktisch überraschen muss oder das überhaupt kann.

Maik Kunze ist neu in der Liga, Thomas Sawetzki in seinem Team und der Liga. Vorteil Kunze?

Sawetzki: Wir kennen die Liga natürlich beide trotzdem, auch wenn wir noch nicht in ihr gecoacht haben. Ich habe die bisherige Zeit intensiv genutzt, um meine Mannschaft kennenzulernen und ich bin sehr zufrieden, mit dem was ich sehe. Natürlich kennt Maik seine Jungs länger und weiß, wie sie in bestimmten Situationen reagieren, das muss ich mir erst noch erarbeiten. Kunze: Aber man muss eben auch sehen, dass Thomas ein Team übernommen hat, dass schon lange in der Oberliga spielt. Diese Mannschaft weiß, was in bestimmten Situationen in dieser Spielklasse gefragt ist. Es gleicht sich also am Ende vieles aus.

Am vergangenen Wochenende hat Zorbau gegen Chemie Leipzig vor der Rekordkulisse von 1 732 Fans seine Premiere in der Oberliga gefeiert. Hinterher sprachen alle über das tolle Erlebnis und die gute Organisation. Wären Ihnen nicht Punkte lieber gewesen?

Kunze: Am liebsten beides. Wir haben ja in den letzten Monaten sehr intensiv darüber nachgedacht, ob wir in diese Spielklasse gehen. Der Samstag hat gezeigt und uns bestätigt, dass wir das strukturell hinbekommen. Man hat zudem gemerkt, dass es viele Menschen in dieser Region im Süden gibt, die Oberliga-Fußball sehen wollen. Es war ein toller Tag mit super Stimmung. So sollte Fußball auf diesem Niveau stattfinden.

Sportlich aber gab es auch die ersten Erkenntnisse.

Kunze: Auf jeden Fall. Wir werden personell etwas ändern. Wir hatten einfach zu viele Leistungsschwankungen dabei. Und wenn man dann so wie wir einen großen Kader zur Verfügung hat, kann und wird das zwangsläufig zu Veränderungen führen.

Ist Trainer eigentlich der schönste Nebenjob der Welt? Und wenn ja, warum ?

Sawetzki: (lacht) Das schönste Gefühl ist es, als Trainer deine Jungs zu erreichen, wenn du merkst, dass sie sich entwickeln, individuell wie als Mannschaft. Das ist mehr als ein Hobby, ich genieße da fast jede Minute sehr intensiv.


Quelle:MZ


Zurück