SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Comeback nach 50 Jahren

News Team, 12.10.2018

Comeback nach 50 Jahren

WITTENBERG/MZ - Am Wochenende dreht sich im Fußball alles um das Achtelfinale im Kreispokal. Es gibt viele reizvolle Begegnungen am Sonnabend ab 15 Uhr. Der Wettbewerb hat auch durch die Teilnahme vom Landesligisten FC Grün-Weiß Piesteritz weiter an Attraktivität gewonnen.

Mühlanger - Piesteritz

Siegfried Ockert ist so etwas wie der Dino der Fußball-Experten im Landkreis. „Ich bin seit 40 Jahren dabei. Piesteritz hat noch nie Kreispokal gespielt“, sagt der Mann vom Kreisfachverband. Selbst die noch älteren Sportfreunde im Volkspark können sich an eine solche Begegnung nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich stammt die letzte Cuppartie aus dem Jahr 1968. Denn in der Saison 1969/70 setzen sich die Kicker in der Staffel gegen Chemie Rodleben durch, steigen in die Bezirksliga auf und spielen fortan im Bezirkspokal. „Die Teilnahme der Verbands- und Landesligisten am Kreispokal ist freiwillig“, betont Andre Göricke.

Nach Angaben des zuständigen Staffelleiters ist Piesteritz als Landsligist automatisch im nächsten Jahr im Landespokal dabei. Holen die Grün-Weißen den Kreiscup, darf der Finalist ebenfalls am Landeswettbewerb teilnehmen. Göricke zeigt sich davon überzeugt, dass sich die sogenannten Kleinen durchaus über das Los Piesteritz freuen würden. Und die Grün-Weißen nehmen offensichtlich den Wettbewerb - der eine mehr und der anderes etwas weniger - gern in Angriff. „Die Teilnahme haben wir in der Mannschaft beraten und beschlossen“, so Co-Trainer Philipp Starnetzke. Ihm zufolge wird es nach der englischen Woche mit neun Punkten zu einer Rotation kommen. Es sollen Spieler, die sonst nicht so im Fokus stehen, Einsatzzeiten erhalten. Trotzdem bleibt der Landesligist natürlich der große Favorit - vielleicht sogar für den Cup. „Wir haben für den Pokal kein Ziel vorgegeben“, so der Übungsleiter.

Der Kontrahent gilt als kampfstark. Im Vorjahr sieht Mühlanger nach dem schlechtesten Saisonstart in der Vereinsgeschichte wie ein Absteiger aus. Doch in der Rückrunde - unter anderem mit sieben 1:0-Erfolgen - konnte die Klasse doch noch gehalten werden. Aktuell liegt die Elf von Trainer Thomas Horst auf Rang neun der Kreisoberliga. „Wir freuen uns auf das Spiel und wollen die Piesteritzer ein bisschen ärgern“, so der Verteidiger Johannes Gallin. Da die Grün-Weißen noch im Landespokal beschäftigt waren und am Oberligisten Zorbau gescheitert sind, ist die Begegnung in Mühlanger noch ein Spiel der ersten Runde. So steht der Gegner im Achtelfinale bereits fest. Es ist Lebien, das sich mit 3:1 gegen Bad Schmiedeberg durchgesetzt hat. „Wir spielen aus Spaß an der Freude mit. Wir haben ein Heimspiel und wollen so lange wie möglich mithalten“, sagt Trainer Jens Schäfer, der lieber gegen Mühlanger antreten würde. „Da sind unsere Chancen größer.“ Der Coach beziffert die Erfolgsaussichten im Fall Piesteritz auf fünf Prozent.

Gräfenhainichen - Kemberg

Derbyzeit in Gräfenhainichen: Der Kreisoberligist VfB erwartet den Uralt-Rivalen Kemberg. „Wir nehmen uns viel vor“, sagt VfB-Präsidentin Cornelia Kuhnert, die „eine Partie auf Augenhöhe“ erwartet. Die Duelle in der Landesklasse seien immer ausgeglichen verlaufen. „Wir rechnen beim VfB mit einem sehr engen Spiel“, so Kembergs Trainer Lars Foltan. Beide Team haben die erste Hürde souverän gemeistert. Der VfB siegt bei Rackith/Dabrun 7:2 und Kemberg bei der SG Pratau/Eutzsch mit 5:1.

Seegrehna - Zahna

Im Duell zweier Kreisoberligisten ist der Gastgeber der Favorit. „Wir gehen den Wettbewerb ernsthaft an. Primat hat bei uns aber die Meisterschaft“, sagt Seegrehnas Ehrenvorsitzender Jürgen Schuster. „In Anbetracht unserer Personalsituation wollen wir achtbar bestehen“, sagt Zahnas Abteilungsleiter Andreas Hoy. Seine Elf hat in der ersten Runde 8:0 in Seyda gewonnen. Seegrehna siegt in Oranienbaum mit 5:0.

Bergwitz - Linda

Bergwitz galt früher als großer Pokalschreck. „Die Zeiten sind vorbei. Aber ich erinnere mich noch gern, wie ich als Steppke und Fan mitgefiebert habe, und wir den damaligen Landesligisten Gräfenhainichen aus den Wettbewerb geworfen haben“, erzählt Abteilungsleiter Florian Gaul. Und die Bergwitzer haben es schon wieder getan. Der Süd-Kreisligist hat den Spitzenreiter im Norden, Dennewitz, auswärts mit 3:0 geschlagen. Der nächste Kontrahent Linda - ebenfalls aus dem Norden - hat gegen den Tabellenführer 3:5 verloren. „Die Rechnung ist mir zu einfach. Aber wir haben Heimspiel, und wir wollen ins Viertelfinale“, sagt Gaul, der eine Verlängerung für möglich hält. „Linda ist unbequem. Es wird spannend“, sagt Gaul. Übrigens: Die Pokalerfolge von einst und die aktuellen sind eng mit einem Namen verbunden: Trainer Mario Göttert. Linda hat in der ersten Runde in Wartenburg mit 2:0 gewonnen.

Reinsdorf - Annaburg

Der Kreisligist Reinsdorf ist gegen den Titelverteidiger aus Annaburg krasser Außenseiter. „Wir sind haushoher Favorit. Unser Ziel ist ganz klar. Wir wollen in die nächste Runde. Wir werden den Gegner aber nicht unterschätzen“, so Annaburgs Trainer Uwe Rohlik, der auch die Vorbereitung akribisch angeht und sich schon Infos von der zweiten Mannschaft eingeholt hat. „Die Reserve hat in der vergangenen Woche 1:1 in Reinsdorf gespielt“, so der Chefcoach. Seine Elf hat zum Auftakt im Piesteritzer Volkspark gegen die dortige Reserve 3:0 gewonnen. Die Reinsdorfer schafften beim 4:0 über Pretzsch eine Überraschung.

Elster II - Möhlau

Die Landesliga-Reserve von Eintracht Elster - aktiv in der Kreisoberliga - wird für die Möhlauer aus der Landesklasse alles andere als eine leichte Aufgabe. „Wir gehen nicht unbedingt als Favorit in diese Partie. Das wird eine enge Kiste“, sagt Möhlaus Trainer Marcus Kleber, der den Kontrahenten aus seiner Zeit als Übungsleiter in Reinsdorf bestens kennt. Die Eintracht hatte zum Auftakt allerdings in Klöden größte Mühe, um weiterzukommen. Erst in der Verlängerung konnte sich die Reserve mit 4:3 durchsetzen. Möhlau siegte dagegen souverän in Tornau mit 6:0.

Zschornewitz - Trebitz

Der krasse Außenseiter gibt sich selbstbewusst. „Im Pokal ist alles möglich. Wir gehen engagiert und mit Siegeswillen in die Partie“, sagt der Zschornewitzer Fußballchef Bertram Jacobi. Der Kontrahent ist allerdings der Überflieger der Saison. „Wir wissen, dass die Trebitzer in diesem Jahr saustark sind“, so Jacobi. „Die Hürde muss machbar sein“, sagt dagegen sein Präsidenten-Kollege Ingo Pflug. „Wir dürfen aber nicht leichtsinnig werden“, so der Experte, der daran erinnert, dass seine Elf schon mal in Reinsdorf mit 0:1 ausgeschieden ist. Und Zschornewitz, und das wurmt die Verantwortlichen beim Team aus der Landesklasse, hat die Trebitzer Reserve mit 12:0 geschlagen. Aber es ist tatsächlich Vorsicht in Zschornewitz geboten. Die Turbine-Elf hat in Runde eins als Kreisligist bereits ein Team aus der Landesklasse - Victoria Wittenberg mit 2:0 - aus dem Rennen geworfen. Trebitz hat bei Einheit Wittenberg mit 6:2 gewonnen.

Prettin - Jessen

Es treffen sich zwei Teams aus der Kreisoberliga. Dabei sind die Gäste aus Jessen als Spitzenreiter der Favorit. „Es ist Derby, und es ist Pokal“, sagt Sebastian Müller. Damit will der Jessener Abteilungsleiter vor einer Überraschung warnen. Im Punktspiel hat Jessen vor den eigenen Fans mit 7:1 gewonnen. „Das ist jetzt aber eine Auswärtspartie. Wir nehmen die Aufgabe ernst und nicht auf die leichte Schulter“, so Müller. Seine Elf hat zum Auftakt Abtsdorf überraschend deutlich mit 5:1 bezwungen. Die Prettiner setzten sich in Nudersdorf mit 8:3 nach Verlängerung durch.


Quelle:MZ


Zurück