SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Ein Comeback und die Bundesliga ruft

News Team, 11.06.2019

Ein Comeback und die Bundesliga ruft

PIESTERITZ/MZ Die Piesteritzer verlieren in Friedersdorf mit 4:6. Trotzdem gibt es zum Saisonabschluss nur strahlende Gesichter. Mit der knappen Niederlage wird Platz sieben in der Landesliga verteidigt „Ihr habt eine geile Mentalität bewiesen“, lobt Trainer Philipp Starnetzke seine Kicker. „Normalerweise gewinnen wir hier klar. Aber fünf brutalste individuelle Fehler haben uns den Sieg gekostet“, so der Übungsleiter.

Die Partie vor 29 Zuschauern ist eine denkwürdige. Das liegt vor allem an der 55. Minute. Kersten Niemitz wird eingewechselt. Es ist das Comeback überhaupt in der 100-jährigen Vereinsgeschichte. Der 56-Jährige hat nach eigenen Angaben eine Pause zwischen den Spielen von einem Vierteljahrhundert eingelegt. Es ist möglicherweise noch deutlich länger her. Für seine Weggefährten von einst galt er als 19-Jähriger - also vor 37 Jahren - als einer der größten Talente im Volkspark. Er fühlte sich aber in der zweiten und dritten Mannschaft wohler als in der ersten Garnitur. Später hält er sich läuferisch als Schiedsrichter fit. Und der Routinier macht seine Sache in Friedensdorf gegen die jungen Burschen gut, hat sogar die Lufthoheit und stabilisiert so die Abwehr. Für den Routinier kommt der Einsatz auch etwas überraschend. Er war für eine ganz andere Aufgabe vorgesehen. „Am Vorabend des Spiels wurde ich gefragt, ob ich den Bus nach Friederdorf fahren könnte. Ich habe sofort zugesagt“, erzählt er. „Und dann wurde ich gefragt, ob ich mich auch auf die Bank setzen würde“, so Niemitz, für den auch dies kein Problem ist. Und sein Mitwirken sorgt für ein weiteres Novum. Er steht mit seinem Sohn Marcus auf dem Platz. Der 18-Jährige wird offensichtlich durch die Einwechslung seines Vaters besonders motiviert. Er trifft mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:4 (68.). Das ist einer der Höhepunkte in einer spektakulären zweiten Halbzeit.

Dabei beginnt die Partie nicht sonderlich aufregend. Aber Stephan Eberhard - der oberligaerfahren Angreifer - nutzt den ersten Fehler eiskalt. Der Piesteritzer Schlussmann bleibt beim Herauslaufen plötzlich stehen. Der Torjäger hebt den Ball locker über den Keeper (11. Minute). 120 Sekunden später steht es durch Steffen Bednarsky 2:0. Schließlich erhöht Daniel Wawrzyniak auf 3:0 (25.).

Nach dem Wechsel beteiligt sich Piesteritz am Toreschießen. Das 1:3 markiert Abdoul Dialein Diallo.

(58.). Eberhard stellt den alten Abstand wieder her (62.). Das gelingt auch Marc-Steven Rocktäschel nach dem Niemitz-Treffer (73.). Martin Winkler erhöht auf 6:2 (82.). Tim Schölzel (84.) und Francis Sisinho Kabore Wendmgoudi (90.) verkürzen.

„Immer, wenn wir die große Chance zum Anschluss nicht genutzt haben, kassierten wir im Gegenzug einen Treffer“, ärgert sich Starnetzke in seinem letzten Spiel. Der Coach folgt dem Ruf der Bundesliga und schließt sich einem ostdeutschen Kultclub an. Er wird nach eigenen Angaben Co-Trainer der U 15 von Dynamo Dresden.


Quelle:MZ