SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Mit Glück und Schützenhilfe

News Team, 11.06.2019

Mit Glück und Schützenhilfe

PIESTERITZ/MZ Schiedsrichter Alrik Luther pfeift den Abstiegs-thriller pünktlich um 16.45 Uhr ab. Die Piesteritzer schlagen in einem dramatischen Spiel den Dessauer SV 97 am letzten Spieltag. Doch es jubeln nur die Verlierer. „Mit dem 3:4 hat sich die Elf hervorragend aus der Affäre gezogen“, so Trainer Marcel Merkel. Die Gäste konnten sich die knappe Niederlage leisten.

Bei den Siegern gibt es nach dem Erfolg fragende Gesichter: Reicht es doch noch? „Wir können uns nicht freuen. Wir haben es nicht aus eigener Kraft geschafft“, so FC-Trainer Stefan Neuberg. Danach trudeln die ersten offiziellen Ergebnisse von den anderen Plätzen ein. Acht Minuten nach dem eigenen Abpfiff steht fest: Die erhoffte Schützenhilfe von Abtsdorf gibt es nicht. Victoria Wittenberg sichert sich ebenfalls ein 4:3 und schafft aus eigener Kraft den Ligaverbleib. Ausgerechnet Referee Norman Ebert, der die Partie in Pouch leitet, lässt sich beim Ausfüllen des elektronischen Spielberichts Zeit. Die Piesteritzer warten auf dem Rasen auf das letzte Ergebnis der Saison. Es ist eine harte Geduldsprobe. Exakt 17.22 Uhr wird offiziell bestätigt: Ramsin hat in Pouch 1:5 verloren und steigt ab, und Piesteritz II bleibt in der Landesklasse. „Wir bedanken uns bei den Spielern der ersten Mannschaft und der A-Jugend, dass sie bei uns ausgeholfen haben“, sagt Kapitän Steven Schmidt. Tatsächlich haben auch Leistungsträger der Landesliga-Elf alles gegeben, damit die Reserve nicht absteigt. Der Spielführer Florian Freihube hatte sich zuletzt in Roßlau schwer verletzt, gehört aber am Samstag zu den ersten Gratulanten. Allerdings soll es so eine Zittersaison nicht wieder gegeben. Neuberg kündigt Veränderungen an. „Wir wollen es besser machen“, sagt er.

Allerdings starten seine Kicker wie die Feuerwehr. Mit einem 5:0-Erfolg würden sie aus eigener Kraft den vorletzten Platz verlassen und die Gäste auf den Abstiegsplatz schicken. Torjäger Michael Müller nutzt die erste Chance eiskalt zum 1:0 (2. Minute). Die Dessauer Bank wird nervös, vor allem weil ihre Elf den 31-Jährigen nicht in den Griff bekommt. Dabei haben sie nur Glück, dass Müller nicht gleich noch einmal trifft (10.). Doch der Angreifer nutzt die nächste Möglichkeit zum 2:0 (18.). Der angestrebte klare Erfolg scheint tatsächlich möglich. Die Dessauer Bank verfällt in Hektik. Die Spieler allerdings bleiben cool. Die erste Chance wird überraschend zum Anschluss genutzt. Tim Fiedler ist der Torschütze (34.). Dabei glauben die Piesteritzer, das Leder noch auf der Torlinie für den geschlagenen Keeper geklärt zu haben, doch der Linienrichter signalisiert sofort: Treffer! Und die Dessauer nutzen ihre zweite Chance durch Max Kieseler zum 2:2 (45.).

Das verändert alles. Die Gäste spielen nach dem Wechsel befreit auf, sie treffen das Lattenkreuz (56.) und gehen nicht unverdient durch Kieseler in Führung (64.). Nun sind die Piesteritzer wieder da gelandet, wo sie vor dem Spiel waren: auf einem Abstiegsplatz. Jetzt fühlt sich Sascha Prüfer nicht mehr an seine Abwehraufgaben gebunden. Nach einem Eckball köpft der Trainer der Landesliga-Elf zum Ausgleich ein (70.). Tim Schölzel bringt die Piesteritzer wieder in Front (72.). Der 23-Jährige sorgt dafür, dass bis 17.22 Uhr gehofft werden darf, bis das Happy End feststeht.

Ramsin steigt nach der 1:5-Niederlage ab

 

Ein Abstieg ist umso schmerzhafter, wenn man bis dato die gesamte Saison nicht ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz stand. Der SG Ramsin ist dies aber am Samstag passiert. Nach der 1:5-Niederlage im Nachbarschaftsduell beim SV Pouch-Rösa rutschte die Elf von Trainer Alexander Bittl noch zwei Plätze in der Tabelle ab. Ramsin muss nach 2011/12 wieder den schweren Gang in die Kreisoberliga antreten. „Na klar sitzen der Schmerz und die Enttäuschung tief“, gab Abwehrspieler Patrick Brieg einen Einblick in seinen seelischen Zustand nach den 90 Minuten in Pouch, „es lag aber definitiv nicht an dem Spiel, dass wir abgestiegen sind. Das haben wir davor vermasselt. Da haben wir es verpasst, die nötigen Punkte zu holen.“ Im entscheidenden Spiel wussten die Ramsiner Verantwortlichen an der Seitenlinie von den Zwischenständen auf den anderen Plätzen. Die Spieler wollten es nicht wissen. „Einige von uns wirkten tatsächlich gelähmt von Beginn an“, sagte Brieg,


Quelle:MZ