SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Das Drama unter Flutlicht

News Team, 12.08.2019

Das Drama unter Flutlicht

Keine Kritik am Referee

Schiedsrichter Marcel Theumer steht im Mittelpunkt der Diskussionen. Der Spielleiter hat 90 Minuten mit seinem Team ausgezeichnete Arbeit geleistet. In der Verlängerung hat der Hallenser aber - das ist keine Kritik, sondern eine Feststellung - alle strittigen Entscheidungen für die Platzherren getroffen. Offizielle Schelte gibt es dafür nicht. „Es war ein intensives Spiel“, nimmt Florian Freihube den Referee in Schutz. Dabei kommt dem Piesteritzer Kapitän eine Hauptrolle im Geschehen zu. Christian Brenner - das ist der Neuzugang aus Sandersdorf - erzielt mit einem sehenswerten Schuss das 3:2 (103. Minute). Der Fuß seines Gegenspielers war aber „in der Höhe meines Kopfes“, so Freihube, für den der Treffer deshalb irregulär ist. „Das war gefährliches Spiel“, so Freihube, der deshalb auf indirekten Freistoß plädiert. Die Debatten auf den Feld sind nicht nur von verbaler Natur. Der Spielleiter zückt zweimal die Rote Karte. Auf Piesteritzer Seite trifft es Dennis Marschlich, der damit zum Punktspielauftakt am Sonnabend gegen Alsleben ausfallen und die Personalsorgen in der Abwehr vergrößern wird. Allerdings beteuert der Kicker seine Unschuld. „Ich wurde geschubst und habe zurück geschubst“, sagt er. Tatsächlich sieht es von den Trainer-Bänken eher nach einer handelsüblichen Rangelei aus. Während Marschlich weitab von seinem Trainer hinter der Barriere im Regen steht, beteuert der Lüttchendorfer gegenüber seinem Coach seine Unschuld. „Mein Spieler hat mir gesagt, er hat einen Schlag bekommen“, so Lüttchendorfs Übungsleiter Siegfried Keller. Bei seinem Kicker handelt es sich um den Kapitän Robin Scheibe, und der ist auch im Volkspark kein Unbekannter. Im Vorjahr führt seine Elf in Piesteritz 3:0, als Scheibe die Rote Karte sieht. Die Piesteritzer siegen noch 4:3. Auch dieses Mal wird nach dem unglücklichen Rückstand zum Angriff geblassen. Prüfer verstärkt mit Francis Sisinho Kabore Wendmgoudi sofort die Offensive. Und tatsächlich erzielt der Joker den vermeintlichen Ausgleich (117.). Dabei profitiert er vom Zusammenprall eines Piesteritzers mit dem Keeper der Eintracht. Doch der schon stürmisch bejubelte Treffer zählt nicht. Die Abseitsfahne kommt spät, ist aber korrekt. Daraufhin fordern die Piesteritzer lautstark Elfmeter für die unmittelbare Szene zuvor. „Ich habe nur zwei Spieler am Boden gesehen“, will Keller das nicht bewerten. Und der Übungsleiter spricht auch weder von einem verdienten oder glücklichen Erfolg, sondern sagt: „Das Resultat nach 90 Minuten war korrekt.“

Tatsächlich präsentieren sich die Grün-Weißen in der Anfangsphase selbstbewusst. Das Trainergespann Prüfer/Lars Foltan verzichtet auf den Einsatz der Neuverpflichtungen, obwohl seit Freitag-Nachmittag auch die zwei dringend erhofften Freigaben vom tschechischen Verband vorliegen. Aber auch das alte Personal setzt die ersten Akzente. Tim Schölzel, der mit einer sehenswerten Ballmitnahme für ein Raunen bei den 82 Zuschauern sorgt, gelingt eine mustergültige Flanke auf Michael Müller. Der Torjäger verwertet die Vorlage zur verdienten Führung (14.). Aus dem Nichts schaffen aber die Platzherren den Ausgleich. Dabei wird den Gästen ihre altbekannte Standardschwäche zum Verhängnis. Ein einfacher Freistoß, der in den Strafraum geschlagen wird, sorgt für totale Konfusion. Patrick Neigenfink nutzt das zum Ausgleich (19). Jetzt bekommen die Gastgeber deutlich Oberwasser. Prüfer kann offensichtlich ein Spiel gut lesen oder hat einfach eine böse Vorahnung. „Wir müssen wieder Fußball spielen. Die Bälle kommen postwendend zurück“, ruft er seiner Elf zu. Sekunden später fällt das 1:2. Und auch das geht zu einfach. Ein langer Ball auf Robin Scheibe, und der Kapitän lässt sich die Chance nicht entgehen (37.).

Prüfer: Das ist Weltklasse!

Nach dem Wechsel übernehmen die Gäste wieder das Heft des Handelns. Aber Marcus Niemitz nach Vorarbeit von Kevin Redlich (52.) und Müller (58.) treffen in aussichtsreicher Position den Kasten nicht. Doch die Bemühungen werden belohnt. Schölzel flankt präzise, und Müller köpft zum 2:2 ein (76.). „Weltklasse! Perfekt gegen die Laufrichtung des Torwarts geköpft“, ist Prüfer begeistert und sieht sein Team für die Verlängerung „im Vorteil“. Doch die Extrazeit wird zu einer sportlichen Tragödie.

„Es war ein schnelles und packendes Spiel“, so Eintracht-Manager Uwe Seemann. Die Platzherren freuen sich schon auf den Punktekampf in zwei Wochen an gleicher Stelle. „Wir erwarten noch die Freigabe von zwei Neuzugängen“, glaubt Keller eine noch stärkere Elf auf den Rasen schicken zu können. Und Freihube wird dann auch wieder mit passendem Schuhwerk spielen. Die alten Schuhe geben in Lüttchendorf ihren Dienst auf, und der Kapitän spielt mit den Schuhen eines Reservisten weiter. Die sind aber eine Nummer zu groß.


Quelle:MZ