SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Ballermänner im Volkspark

News Team, 30.09.2019

Ballermänner im Volkspark

PESTERITZ/MZ Das ist in der über 100-jährigen Geschichte des FC Grün-Weiß Piesteritz einmalig: Die Kicker erzielen in den ersten drei Heimspielen der Saison 22 Tore. Das sind im Schnitt unglaubliche 7,33 Treffer.. Die Ballermänner vom Volkspark kennen auch am Samstag gegen den MSV Eisleben keine Gnade und siegen mit 8:2. Der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga, der auswärts nicht unbedingt überzeugt, kann auf seine Heimstärke setzen. „Wir fühlen uns wohl in den eigenen Gefilden“, versucht FC-Kapitän Florian Freihube die sensationelle Trefferquote zu erklären. Es fallen eben auch die die oft zeitaufwendigen Anreisen weg. Der Experte warnt aber auch: Zu Hause habe seine Elf bisher im Gegensatz zu den Auswärtspartien die „vermeintlich leichteren Gegner“ empfangen. Den 72 Zuschauern ist das egal. Sie erleben erneut ein Offensivspektakel der Extraklasse. Schon der erste Angriffe sitzt. Die Gäste sind mit dem lehrbuchreifen Tempospiel der Platzherren schon in den Anfangssekunden völlig überfordert. Dabei darf Marcus Niemitz wieder mal seine Offensivkraft - „Ich spiele da, wo mich mein Trainer aufstellt“ - zeigen. Der 18-Jährige leistet mustergültige Vorarbeit für Jakub Gres. Der 21-Jährige nutzt gleich die erste Chance zur Führung aus (2. Minute). Zum 2:0 trifft Kevin Redlich mit einer fast artistischen Einlage (27.). Auch hier leistet Niemitz die entscheidende Vorarbeit und löst dabei wütende Proteste und bundesligareife Diskussionen aus. „Das war Hand“, brüllt die Eisleber Bank im Chor. „Nie und nimmer“, liefern sich die Piesteritzer Zuschauer ein Rededuell mit den Verantwortlichen aus Eisleben. „Stimmt. Es war keine Hand. Es war der Arm“, versuchen sich die Eisleber in Sarkasmus. Der Schiedsrichter Enrico Großimlinghaus (Kleinmachnow) hat die Szene - es geht um die Ballmitnahme von Niemitz - bereits vor dem Treffer durch einen Blickkontakt mit seinem Linienrichter bewertet. Nach dem Tor befragt der Referee Niemitz. „Ich habe ihm gesagt: Es war keine Hand. Es war die Schulter“, so der 18-Jährige.

Jetzt sind die Gäste offensichtlich auf Betriebstemperatur und erhalten Zugriff auf das Spiel. Vom Piesteritzer Tempospiel ist plötzlich nichts mehr zu sehen. Der FC-Keeper Jan Hanzal rückt immer mehr in den Blickpunkt. Der Torwart reagiert großartig, muss das Leder aber prallen lassen. Im Kampf um den so genanten zweiten Ball - beziehungsweise um den Abstauber - entscheidet der Referee auf Strafstoß. Es gibt keine Proteste. Der regionalligaerfahrene Tim Stober lässt sich die Chance vom Punkt nicht entgehen (42.). Der Anschluss ist zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Doch plötzlich legen die Piesteritzer den berühmten Schalter wieder um. Tim Schölzel trifft - sein persönlicher Heimfluch ist längst besiegt - erneut vor den eigenen Fans zum 3:1 (43.). Die Vorarbeit leistet Jonny Karaschewski. Der 24-Jährige trägt sich noch vor der Pause selbst in die Torschützenliste ein (45.).

Für die endgültige Entscheidung nach dem Wechsel sorgt wiederum Gres, der die Vorarbeit von Freihube zum 5:1 verwertet (66.). Standardspezialist Redlich verwandelt einen Freistoß - allerdings mit tatkräftiger Mitwirkung von Torwart Mikolaj Bondia - zum 6:1 (73.) Für Ergebniskosmetik sorgt zum zwischenzeitlichen 2:6 der stark spielende Philipp Baierl (75.). Das 7:2 per Kopf erzielt Freihube nach einer Redlich-Ecke (77.). Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte Francis Sisinho Kabore Wendmgoudi nach Vorabeit von Karaschewski zum 8:2 (80.).

Trotz des klaren Erfolges gibt es im Lager der Grün-Weißen auch kritische Worte. „Das reicht nicht für Sonntag“, sagt Sebastian Töpfer mit dem Blick auf die Partie beim Meisterschaftstopfavoriten in Brachstedt. Nach Auffassung des 25-jährigen Allrounders hat sich die eigene Abwehr zu löchrig gezeigt. Tatsächlich hat die Defensive neben den beiden Gegentoren den Gäste viele Einschussmöglichkeiten angeboten.

Doch bis zum Abschluss der englischen Woche steht ja am Donnerstag noch das Heimspiel gegen Günthersdorf (Anstoß 14 Uhr) auf dem Programm. Und die Fans hoffen, dass die Ballermänne vom Volkspark da ihre Schuhe wieder richtig schnüren.

Remis im Duell der Aufsteiger in Trebitz

In der Landesliga gibt es im Duell der Aufsteiger zwischen Trebitz und Turbine Halle ein 1:1-Remis. „Ein gerechtes Unentschieden. Es gab nicht viele Chancen. Mit dem Punkt können wir gute leben“, sagt der Trebitzer Trainer Matthias Kleffe. Bei heftigem Wind und Regen gehen die Gäste vor 72 Zuschauern durch Elias Kindl kurz vor der Pause in Führung (39.). Nach dem Wechsel kann der Portugiese Tomas Daniel Florencio Dionisio ausgleichen (54.).

In der Verbandsliga hat Eintracht Elster durch den ersten Sieg im Dessauer Schillerpark überraschend die Tabellenführung verteidigt. Der Schütze des goldenen Treffers ist Ricardo Franke nach einer Ecke (54.).


Quelle:MZ