SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Weltreisen begeistern die Kicker nicht

News Team, 11.02.2020

Weltreisen begeistern die Kicker nicht

WITTENBERG/MZ Die Fußball-Kreisverbände Anhalt, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg haben bekannt gegeben, dass sie fusionieren werden. Die Abteilungsleiter in Anhalt wurden bereits informiert. In Wittenberg passiert dies am 20. Februar (die MZ berichtete).

„Die Idee ist ja nicht so neu. Die Verbände Anhalt und Wittenberg wollten vor nicht all zu langer Zeit fusionieren. Das wurde abgelehnt“, erinnert sich Daniel Richter an 2014. „Nun ist es wieder ein Thema, und wir werden nicht drum herum kommen, denn es ist sportlich die beste Lösung“, so der Wörlitzer Trainer. „Im Nachwuchs ist man den Weg schon längst gegangen, und es funktioniert. Ob die Vereine es wirtschaftlich stemmen können, da wird es noch viel Gesprächsbedarf geben“, so der Parkstädter.

Skepsis und Sprachlosigkeit

Dagegen ist Daniel Pidde skeptisch: „Es werden erhebliche Mehrkosten für die Vereine anfallen“, glaubt er. „Es entstehen längere Fahrtwege und damit mehr Zeitaufwand. Das ist sehr schwierig für Fußballer mit Familie.“ Gröbzigs Trainer befürchtet auch größere Verwaltungsaufgaben. „Der Organisationsaufwand wird viel mehr. Ich weiß nicht, wo ein Vorteil wäre. Die Jungs möchten sich Samstag zum Fußball treffen und vorher keine Weltreise machen. Bei uns stehen die Zeichen klar dagegen.“

Der FSV Trinum wird von den Ereignissen überrascht. „Ich bin etwas sprachlos“, sagt Steffen Voigt. Für den Kapitän gibt es noch zu viele Unklarheiten in der ganzen Sache. „Sollen wir in der Kreisliga bis nach Wittenberg und Zerbst fahren?“, fragt er und betont: „Wenn das so sein sollte, sehe ich da leider keine Vorteile. Ich denke, dann würden deshalb noch mehr Vereine zu machen. Vor allem die Mannschaften hier im Köthener Land werden nicht jünger.“

In Roßlau wird das ähnlich gesehen. „Schon allein die Fahrten könnten ein großes Thema werden“, sagt Trainer Robin Wilke.

Dagegen ist der Petersrodaer Coach ein Befürworter der Verschmelzung. „Ich finde, es ist nachvollziehbar - und damit war auch zu rechnen“, betont Sebastian Liebelt. Er hat sogar noch einen anderen Ansatz. „Ich gehe sogar soweit und sage, dass es sinnvoll wäre, über die Abschaffung der Landesklassen zu diskutieren.“ Liebelt ergänzt seinen Vorschlag mit einer Idee: „Eine starke Kreisoberliga aus den drei regionalen Verbänden Anhalt, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg bilden, und darunter alles regional aufteilen, könnte ein Ansatz sein.“

Konzepte gefordert

Matthias Tanz findet „die Grundidee“ der Fusion gut. Nur so könne es funktionieren. „Allerdings habe ich meine Bedenken, was die ganze wirtschaftliche Seite betrifft. Da kommt auf die Vereine eine Menge dazu. Eine schwierige Aufgabe für die Verantwortlichen, sie müssen das beste Konzept erarbeiten“, meint der Trainer in Mildensee.

„Die Vereine gehören mit ins Boot“, so Michael Elze. Der Trainer vom TSV Mosigkau fordert ein „ordentliches Konzept“.


Quelle:MZ