SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Abstiegskampf mit dem Fitzek-Anwalt

News Team, 24.03.2020

Abstiegskampf mit dem Fitzek-Anwalt

SEEGREHNA/MZ Bad Schmiedeberg sorgt in der Fußball-Kreisoberliga kurz vor der Corona-Zwangspause für einen Paukenschlag: Durch Treffer von Afonso Ximenes de Mesquita (2.) und Nico Hildebrandt (26.) wird bei einem Gegentor von Maik Göhlert (55.) vor 25 Zuschauern 2:1 bei Einheit Wittenberg gewonnen. Damit wird die rote Laterne des Schlusslichts an Seegrehna - es gibt in dieser Saison nur einen Absteiger - weitergereicht. Diese Situation gab es schon einmal.

Am 2. November gewinnt Bad Schmiedeberg das Kellerduell vor 45 Fans gegen Seegrehna 2:1. Für die Kurstädter traf Marcus Piston (16., 39.) und für die Gäste Andre Zeise. Die Gastgeber brachten nach einem Platzverweis in der zweiten Halbzeit den wichtigen Erfolg über die Zeit und schickten damit Seegrehna auf den Abstiegsplatz. Seegrehna legte Protest gegen die Spielwertung ein. „Es geht um den Einsatz eines Spielers, der nicht auf der Spielberechtigungsliste stand“, erläutert Spielausschusschef Andre Göricke den Streitpunkt. Konkret ist Daniel W. gemeint.

Das Kreisportgericht entschied am 13. November für Seegrehna und sprach dem SV die drei Zähler zu. Das Urteil ist für Tobias Böhme keine Überraschung. Der Spieler war nicht spielberechtigt, ist für Seegrehnas Kickerchef der Fall eindeutig. Naturgemäß wird die Sache in Bad Schmiedeberg anders gesehen. „Das Gericht hat falsch recherchiert“, sagt Steffen Wiedecke. Der Fußballchef in der Kurstadt sichert sich im Abstiegskampf die Unterstützung von Björn Fehse. Der Anwalt aus Halle ist auf Sportrecht spezialisiert und hat sich in der Region einen Namen als ein Verteidiger von Peter Fitzek, dem so genannten „König von Deutschland“, gemacht. Fehse rügte in seiner Berufung die „Fehlerhaftigkeit der erstinstanzlichen Entscheidung“. Doch erfolgreich ist der Jurist nicht, wie aus dem Urteil, das am Dienstag bekannt gemacht worden ist, hervorgeht.

Allerdings ging es bei der Kammer zwei des Landessportgerichts in Magdeburg nicht mehr um Daniel W. Nach Auffassung der drei Richter „entspricht die eingelegte Berufung nicht den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechtsmitteleinlegung“. Das Trio schlussfolgert: „Nach alledem kommt es auf eine Entscheidung in der Sache nicht mehr an“. Nach seiner Auffassung ist gegen sein Votum „kein Rechtsmittel“ gegeben. Damit bleibt Bad Schmiedeberg nur noch der Gang vor ein ordentliches Gericht. „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt Wiedecke zur MZ.

Das Juristen-Votum hat gravierende Folgen für die Tabelle. Die Teams tauschen nicht nur die Plätze. Plötzlich beträgt der Rückstand der Bad Schmiedeberger auf Seegrehna fünf Zähler. Das ist mehr als nur eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Das glaubt Böhme indes nicht. Der Experte geht derzeit davon aus, dass die komplette Saison wegen Corona annulliert wird.


Quelle:MZ