SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Bier-Verbot für Vereine am Männertag

News Team, 20.05.2020

Bier-Verbot für Vereine am Männertag

WITTENBERG/MZ Der Mann hat in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Offensichtlich ist das dem Vereinspräsidenten und Kommunalpolitiker gar nicht mehr so angenehm. „Das Sportliche ist das Wichtige“, betont der Mann, der in der Zeitung nicht namentlich genannt werden will.

Die Wut über ein Foto

Das klingt bei Facebook noch ganz anders. „Willkommen in der Diktatur 2020. Stoppt den Wahnsinn, geht auf die Straße und beendet den Schwachsinn“, fordert der parteilose Vize-Ortsbürgermeister auf. Dazu postet er ein Bild, auf dem zu lesen ist, dass der Landkreis den Vereinen den Ausschank von alkoholischen Getränken an Himmelfahrt verbietet und strenge Kontrollen ankündigt.

Die Quelle des Fotos sei unbekannt, betont der Mann, der das Bild verbreitet. Er habe es bei Facebook gesehen und es habe ihn wütend gemacht, so seine Erklärung.

„Das Foto ist aber nicht von uns“, betont Landkreis-Pressesprecher Ronald Gauert auf MZ-Anfrage. Nach seinen Angaben handele es sich um eine Landesverordnung. Damit ist zumindest das Bier-Verbot kein Fake. Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) hatte sich schon in der vergangenen Woche in einem Pressegespräch bemüht, sachlich über die Situation zu informieren (die MZ berichtete). Demnach sind Stände, an denen Würstchen gegrillt oder Bier ausgeschenkt wird, generell am Männertag untersagt. Dannenberg betont die Verantwortung der Wirte. Er erteilt damit auch ganz klar Vereinen eine Absage, die ab und an „eine Sportlerklause“ betreiben: „Es sei denn, auf dem Sportplatz gibt es eine Speisegaststätte.“ Aber die muss für die Öffnung einen Antrag stellen und Auflagen erfüllen.

Der Vereinspräsident hat mit seinem Post bisher 51 Kommentare erhalten und eine kontroverse Debatte ausgelöst. Dabei bekommt der Mann, der die Diskussionen auch moderiert, für seinen Vorstoß viel Zustimmung, aber auch Kritik. „Alles besser als beatmet zu werden“, schreibt eine Frau und wird prompt vom Vereinschef auf die geringe Zahl der Infizierten in der Region hingewiesen. „Darum geht es nicht, das Virus ist noch da und kann jederzeit wieder aggressiver werden“, verteidigt die Schreiberin ihren Standpunkt.

Radpartie nicht geplant

Und so bleiben vorerst nur die Erinnerungen an unbeschwerte Männertage. „Wir haben früher eine Radpartie unternommen und uns zum Abschluss am Abend am Sportlerheim getroffen“, berichtet der Vereinspräsident. Allerdings war eine solche Tour 2020 nicht geplant.


Quelle:mz