SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Joker ohne Freudensprünge

Presse Team, 14.09.2020

Joker ohne Freudensprünge

FUSSBALL-VERBANDSLIGA FC Grün-Weiß Piesteritz schlägt überraschend Ammendorf 2:1. Torjäger Michael Müller wird nach seiner Einwechslung der Mann des Tages.

Joker ohne Freudensprünge

VON MICHAEL HÜBNER

PIESTERITZ/MZ Der FC Grün-Weiß Piesteritz hat am Samstag für die größte Überraschung in der Fußball-Verbandsliga gesorgt. Titelmitfavorit Ammendorf muss mit einer 1:2-Niederlage die Heimreise antreten. „Wir haben verdient gegen die spielstärkste Mannschaft der Liga gewonnen“, sagt FC-Trainer Philipp Sternitzke und betont: „Unser Plan ist aufgegangen.“

Diallo in der Start-Elf

Tatsächlich gibt es in der Aufstellung einen Paukenschlag. Torjäger Michael Müller findet sich auf der Bank wieder. „Da macht niemand Freudensprünge“, sagt der 33-Jährige, der als Joker noch zum gefeierten Mann des Tages wird. Aber in der Startformation läuft Abdoul Dalein Diallo auf. Der 19-Jährige versetzt zumindest noch nicht Abwehrreihen in Angst und Schrecken, aber er ist schnell. „Es geht um das Anlaufen, um das Spiel gegen den Ball“, erläutert Sternitzke die taktischen Überlegungen. Das „Bearbeiten der Tiefe“ gegen einen hoch stehenden Kontrahenten sei nicht der Hauptgrund gewesen für die mutige Personalentscheidung. Aber nach weniger als 60 Sekunden gewinnt Diallo nach einem langen Ball das Sprintduell gegen Torwart Robert Völkner. Doch der 24-jährige Schlussmann hat keine Probleme, das Streitobjekt doch noch unter Kontrolle zu bringen (1. Minute). Dagegen nutzen die Gäste gleich ihre erste Chance eiskalt. Einen Freistoß von Tobias Cramer kann Robin Zern ohne Gegenwehr zur Führung verwandeln. (5.). „Wir machen einfache Fehler, stehen nicht am Mann“, ärgert sich Sternitzke. In der Folgezeit entwickelt sich eine temposcharfe und ausgeglichene Partie. Dabei sind die Piesteritzer dem Favoriten spielerisch keineswegs unterlegen. Es gibt aber auf beiden Seiten kaum Strafraumszenen. Die Gäste sind in der Offensive nur bei Standards gefährlich, lassen aber in der Defensive kaum etwas zu. Ein Kopfball nach einer Ecke und ein Distanzschuss verfehlen ihr Ziel. Ein Schuss von Tim Schölzel wird von Völkner problemlos pariert (33.).

Nach dem Wechsel ändert sich das Bild nicht. Die Gäste haben mehr Ballbesitz, lassen kaum Möglichkeiten zu. Diallo hat eine Chance, aber der Keeper kann erneut parieren (60.). Aber auch der Titelanwärter nutzt eine große Möglichkeit nicht. Zern zögert bei einem Konter - die Piesteritzer müssen die Angriffsbemühungen forcieren - zu lange mit dem Abschluss. So kann der Schuss des 30-Jährigen noch zur Ecke geblockt werden (65.). Die Defensive der Platzherren verrichtet einen guten Job. Und im Angriff soll es nach der Einwechslung Joker Müller richten. Und tatsächlich sorgt ein Geniestreich des Torjägers für den Ausgleich. Kapitän Florian Freihube spielt Müller an, der zunächst ein vermeintliches Luftloch schlägt. Doch mit dem angetäuschten Schuss hat Schlussmann Völkner nicht gerechnet. „Wenn ich gleich schieße, kann ich nur den Torwart treffen, so rollte der Ball am Keeper vorbei“, erläutert der 33-Jährige, der so ganz cool das Leder in den verwaisten Kasten zum 1:1 schiebt (85.). Es ist der erste Ammendorfer Gegentreffer in einem Pflichtspiel seit dem 6. März.

Dramatik nach dem Ausgleich

Nach dem Ausgleich kämpfen beide Teams um den Sieg. Die 105 Zuschauer erleben eine dramatische Schlussphase. Die Gastgeber schließen dabei einen Konter in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Siegtreffer ab. Müller beweist mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck einmal mehr seine Vollstrecker-Qualitäten (90.). „Wir haben das ziemlich gut gemacht“, sagt Kapitän Freihube. Seine Elf hat zum zweiten Mal in Folge in einem Heimspiel nach einem Rückstand das Spiel noch gedreht. Die Entscheidung wird in beiden Fällen nach Minute 90 erkämpft. Und das sorgt bei Spielern und Fans für echte Freudensprünge.

Elster mit einem Remis bei Fortuna Magdeburg

Eintracht Elster hat bei Fortuna Magdeburg in der Fußball-Verbandsliga ein 1:1-Remis erkämpft. Die Eintracht ging vor 83 Zuschauern durch Pitt Schultz, der einen Pfostenabpraller von Karl Ferigo, Neuzugang von Eintracht Braunschweig, abstaubte, in Führung (55. Minute). Für den Ausgleich sorgt Hussein Nayef (71.). Bei Elster fehlten wegen Verletzungen der Ex-Magdeburger Oliver Pöllmann und Konrad Schramm.

Philipp Sternitzke

Trainer


Quelle:MZ