SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Aus nach einer tollen Zeit

News Team, 23.02.2021

Aus nach einer tollen Zeit

JESSEN/MZ Anfang dieses Jahres hat sich der SV Germania Jessen beim Kreissportbund abgemeldet, um, wie Ronny Hage gegenüber der MZ bestätigt, Kosten einzusparen, die sich immerhin auf 500 Euro belaufen. Eigentlich sollte 2020 schon Schluss sein, aber die Corona-Pandemie machte den Mitgliedern der Germania einen Strich durch ihren Plan. Das Ende des Freizeitsportvereins hat nicht nur etwas mit Corona und den nicht stattfindenden sportlichen Aktivitäten zu tun, sondern dass die Mitglieder über die Jahre auch andere Interessen entwickelt haben.

1990 gründete sich der Verein trotz des bereits existierenden Fußballvereins SV Allemannia Jessen, allerdings nicht als Konkurrenzverein, sondern als Freizeit-Fußballmannschaft, zu dem im Laufe der Jahre eine Volleyballmannschaft hinzukam. Aus dem freitäglichen Fußballtraining der Männer, zu dem auch immer mal die Spielerfrauen mitkamen, entwickelte sich irgendwann ein Damenvolleyballteam. „Die Frauen hatten einfach Lust zu spielen“, erinnert sich Hage.

Auch den größten sportlichen Erfolg des Vereins hat der Vereinschef immer noch genau vor Augen. Damals, in den 90er-Jahren, errang die Germania bei einem Turnier in Halle gegen 48 andere Freizeitkicker-Mannschaften den zweiten Platz und musste sich nur dem deutschen Freizeit-Fußballmeister geschlagen geben. Damit zeichnet sich bereits der Hauptgrund für die Entscheidung des Vereins ab. Denn das Ende des Vereins kam nicht über Nacht, sondern war ein Prozess, der sich aus dem Mangel an Sportlern und deren zunehmendem Alter ergab. „Wir hatten nie damit gerechnet, überhaupt so lange zu existieren. Das Ende war im Grunde schon zum 25. Geburtstag absehbar, aber wir wollten gerne die 30 vollmachen“, so Hage.

Mit den Jahren wurde immer weniger Fußball, aber dafür Karten oder Bowling gespielt und gemeinsame Ausflüge wie in den Spreewald unternommen. „Das wird bleiben“, verspricht Hage. „Wir sind schlicht 30 Jahre älter geworden. Wir haben damals im April den Verein aus Liebe und Spaß zum Sport gegründet ohne großen Leistungsdruck dahinter. Es war einfach Zeit, den Verein an unsere neuen Bedürfnisse anzupassen“, so Hage, der hinzufügt, dass die Freundschaften und Bindungen mit der Abmeldung des Vereins nicht verloren gehen. „Wir sind der Stadt Jessen sehr dankbar für die Nutzung der Sportstätten über all die Jahre. Aber jetzt wollen wir anderen Vereinen unseren Trainingsplatz gerne überlassen.“

Der Verein, der über die Jahre ein fester Bestandteil der Schul- und Heimatfeste in Jessen war, zu denen sie Turniere veranstalteten, wollte ursprünglich genau dieses Fest 2020 als würdigen und freudigen Rahmen für das Ende nutzen. „Wir wollten uns mit einem großen Fest verabschieden“, so Hage, aber bekanntlich machte Corona diesen Plan zunichte. Hage bestätigt, „Es wird eine Feier zum Abschied geben, sobald es die Pandemie-Lage erlaubt.“ Dafür wurden bereits die Vereinskonten aufgelöst und das Vermögen in Gutscheine umgewandelt.

Zum Abschluss fügt Hage noch an, dass er dankbar für die jahrzehntelange Treue der Mitglieder des SV Germania ist und stolz darauf, diese tolle Zeit miterlebt zu haben.


Quelle:MZ